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Provinzial NordWest Konzern nimmt Fahrt auf

 

Provinzial NordWest Konzern nimmt Fahrt auf

 
  • Der Provinzial NordWest Konzern schon im zweiten Geschäftsjahr gut etabliert 

  • Rekordergebnis in Westfalen - Konsolidierung im Norden 

  • Substanzkraft des Konzerns gestärkt 

  • Orkan "Kyrill" verursacht allein in Westfalen 210.000 Schäden 

  • Kooperation mit SV SparkassenVersicherung planmäßig gestartet


Münster. Der Provinzial NordWest Konzern hat auch im zweiten Jahr seines Bestehens mit einem Jahresüberschuss vor Steuern in Höhe von 238,9 (Vorjahr: 235,5) Mio. Euro ein sehr gutes Geschäftsergebnis erreicht. Das gute Ergebnis machte es möglich, die Eigenkapitalbasis des Konzerns weiter zu stärken. "Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass der Provinzial NordWest Konzern in den ersten zwei Jahren seines Bestehens trotz fusionsbedingter Aufwendungen erfolgreich gewirtschaftet hat", betonte Vorstandsvorsitzender Dr. Heiko Winkler anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz am 19. Juni in Münster.


Unter dem Dach einer gemeinsamen Steuerungsholding, der Provinzial NordWest Holding AG mit Sitz in Münster, agieren die regionalen Schaden- und Unfallversicherer - die Westfälische Provinzial Versicherung AG, die Provinzial Nord Brandkasse AG und die Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG - sowie als gemeinsamer Lebensversicherer die Provinzial NordWest Lebensversicherung AG. Mit einer Gesamtbeitragseinnahme von 3,0 Mrd. Euro und 9,7 Mio. Versicherungsverträgen ist der Provinzial NordWest Konzern der zweitgrößte öffentliche Versicherer in Deutschland.


 

Rückläufige Beitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung


Die Beitragseinnahmen des Konzerns in der Schaden- und Unfallversicherung gingen im Geschäftsjahr 2006 auf 1,58 (1,66) Mrd. Euro zurück. Im selbst abgeschlossenen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft verringerten sich die Bruttobeiträge um 2,5 % auf 1,53 Mrd. Euro. Ursachen für den Beitragsrückgang waren der marktweite Preiswettbewerb - insbesondere in der Kraftfahrt- und in der industriellen Sachversicherung - sowie die von der Provinzial Nord Brandkasse betriebene Bestandsbereinigung zur Verbesserung der Ertragskraft im versicherungstechnischen Kerngeschäft.


 

Günstiger Schadenverlauf


In der Schaden- und Unfallversicherung war die Schadenentwicklung unspektakulär. Bei einem insgesamt günstigen Schadenverlauf verringerten sich die Bruttoschadenaufwendungen auf Konzernebene um 2,0 % auf 1.034,0 Mio. Euro. Infolge des Beitragsrückgangs ist die Schaden-Kostenquote (Combined Ratio) dennoch leicht auf 90,7 (89,2) % gestiegen. Das versicherungstechnische Bruttoergebnis war mit 122,0 (157,1) Mio. Euro erneut deutlich positiv. Nach Rückversicherung und der Zuführung von 35,4 Mio. Euro zu den Schwankungsrückstellungen stieg das versicherungstechnische Nettoergebnis auf 58,3 (49,6) Mio. Euro.


 

Westfälische Provinzial erzielt Rekordergebnis


Zum guten Konzernergebnis trug die Westfälische Provinzial Versicherung AG mit dem besten Ergebnis der vergangenen Jahrzehnte bei. Der westfälische Marktführer erwirtschaftete einen Jahresüberschuss vor Steuern in Höhe von 141,7 (101,1) Mio. Euro. Dies entspricht einem Ergebnisanstieg von 40,2 %.


Entsprechend dem Markttrend gingen die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen bei der Westfälischen Provinzial um 1,0 Prozent auf 967,8 Mio. Euro zurück. Die Bruttoschadenaufwendungen stiegen - auf niedrigem Niveau - nur moderat um 0,9 % auf 591,4 Mio. Euro. Während die Schadenaufwendungen in den Sachversicherungen leicht anstiegen, gingen die Schadenaufwendungen in den HUK-Versicherungen 2006 abermals zurück. Insgesamt erhöhte sich die bilanzielle Bruttoschadenquote leicht auf 60,8 (60,4) %. Gleichzeitig sanken die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb um 2,8 % auf 232,6 Mio. Euro, so dass sich die Combined Ratio (Schaden-Kostenquote) auf 84,7 (85,1) % verbesserte. Insgesamt konnte die Westfälische Provinzial ihr versicherungstechnisches Bruttoergebnis nochmals auf 135,4 (132,4) Mio. Euro steigern.


 

Provinzial Nord auf Konsolidierungskurs


Die Provinzial Nord Brandkasse hat im vergangenen Jahr die geplante Umsetzung ertragssteigernder Maßnahmen systematisch vorangetrieben und sich von dauerhaft verlustbringenden Kundenverbindungen getrennt. Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen sanken deshalb um 5,5 % auf 462,8 Mio. Euro.


Die Bruttoschadenaufwendungen sanken im selbst abgeschlossenen Geschäft um 1,1 % auf 357,1 Mio. Euro. Aufgrund der Beitragsrückgänge verschlechterte sich die bilanzielle Bruttoschadenquote trotzdem um 3,3 Prozentpunkte auf 77,0 %.


Insgesamt schloss die Provinzial Nord Brandkasse mit einem Jahresfehlbetrag von 14,9 Mio. Euro vor Steuern. In 2007 soll die Provinzial Nord in die Ertragszone zurückkehren.


 

Provinzial NordWest Lebensversicherung legte im Neugeschäft kräftig zu


Das Geschäftsjahr der Provinzial NordWest Lebensversicherung AG zeichnete sich durch ein über dem Marktdurchschnitt liegendes Neugeschäft aus. Der Neubeitrag stieg insgesamt um 70,1 % auf 258,7  Mio. Euro, die hierin enthaltenen Einmalbeiträge stiegen um 91,8 % auf 178,1 Mio. Euro. Die Zahl der Neuverträge wuchs um 23,9 % auf rund 198.000. Im Bereich der Riester-Rente betrug der Zuwachs sogar 112,1 % auf rund 40.000 Verträge.


Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen leicht um 0,5 % auf 1,439 Mrd. Euro. Dem erfreulichen Neugeschäft standen hohe reguläre Abgänge gegenüber. Diese waren auf Vertragsabläufe bzw. Beitragsverluste durch den regulären Ablauf der Beitragszahlung zurückzuführen. Mit einer gegenüber dem Vorjahr leicht verbesserten Verwaltungskostenquote von 2,2 Prozent positionierte sich die Provinzial NordWest Lebensversicherung AG besser als der Markt. Auch die Stornoquote lag mit 4,0 (4,5) %  erneut deutlich unter dem Durchschnitt des Marktes (5,1 %).


 

Gutes Gesamtergebnis zur Stärkung der Substanzkraft genutzt


Die konsolidierten Kapitalanlagen des Provinzial NordWest Konzerns erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 2,6 % auf 19,9 Mrd. Euro. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen belief sich auf 5,0 (5,2) %.


Nach Steuern betrug der Konzern-Jahresüberschuss 128,4 (147,5) Mio. Euro. Das gute Gesamtergebnis des Konzerns machte es möglich, die Eigenkapitalbasis weiter zu stärken. Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich auf 880,5 (763,9) Mio. Euro. Neben der Stärkung des Eigenkapitals sorgten die Erhöhung der Deckungsrückstellung und der Rückstellung für Beitragsrückerstattung in der Lebensversicherung sowie die Zuführungen zu den Schwankungsrückstellungen in der Schaden- und Unfallversicherung für eine weiter verbesserte Ausstattung mit Sicherheitsmitteln.


 

2007: "Kyrill" größtes Schadenereignis der letzten Jahrzehnte


Nach dem günstigen Schadenjahr 2006 wird 2007 eine deutliche Steigerung der Schadenaufwendungen erwartet. Das Orkantief Kyrill zog am 18. Januar und in der Nacht auf den 19. Januar eine Schneise der Verwüstung durch ganz Deutschland. Das Geschäftsgebiet Westfalen war von dem Sturmereignis in besonderer Weise betroffen. Die Westfälische Provinzial bezifferte die Zahl der Sturmschäden auf 210.000 und den Gesamtschadenaufwand auf über 200 Mio. Euro. Allerdings wird sich die Belastung des Geschäftsjahresergebnisses 2007 aufgrund des umfänglichen Rückversicherungsschutzes und einer anteiligen Auflösung der Schwankungsrückstellung in überschaubaren Grenzen halten.


 

Bündelung der Kräfte im Industriegeschäft


Die Kompositversicherer der Provinzial NordWest Gruppe, die Westfälische Provinzial Versi-cherung AG, die Provinzial Nord Brandkasse AG und die Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG haben ihre Kräfte im Industriekundensegment zum 1. Januar 2007 in der neu gegründeten IndustrieVersicherungsGemeinschaft (IVG) gebündelt. Innerhalb der IVG soll das gesamte Großkundengeschäft der Gesellschaften in den Sparten Sach und Haftpflicht gemeinsam betrieben werden. Ziel der IVG ist es, ein noch leistungsstärkerer Partner für Firmenkunden zu werden und weitere Kunden im großvolumigen Geschäft zu gewinnen.


 

Kooperation mit der SV SparkassenVersicherung angelaufen


Die im Frühjahr 2006 beschlossene Zusammenarbeit der Provinzial NordWest und der Stuttgarter SV SparkassenVersicherung in den Bereichen IT und Asset Management ist planmäßig zum 1. Januar 2007 gestartet. Die IT-Anwendungsentwicklung beider Unternehmensgruppen wurde in der gemeinsamen Gesellschaft VersIT Versicherungs-Informatik GmbH gebündelt, an der die Provinzial NordWest Holding AG mit 49 % und die SV SparkassenVersicherung Holding AG mit 51 % beteiligt sind. Neben der gemeinsamen Anwendungsentwicklung wurden zum 1. Januar 2007 alle Rechenzentrumsaktivitäten der Provinzial NordWest-Gruppe in die GaVI Gesellschaft für angewandte Versicherungsinformatik GmbH integriert. An der GaVI halten die Versicherungskammer Bayern 54 % sowie die SV SparkassenVersicherung Holding AG und die Provinzial NordWest Holding AG jeweils 23 % der Anteile.


Einen wichtigen Beitrag zur Optimierung des Kapitalanlagemanagements leistet seit dem 1. Januar 2007 die von der  SV SparkassenVersicherung Holding AG (49 %) und der Provinzial NordWest Holding AG (51 %) gegründete VersAM Versicherungs-Assetmanagement GmbH. Die Gesellschaft, die Kapitalanlagen beider Partner in Höhe von 38 Mrd. Euro verwaltet und ihren Sitz in Münster hat, zählt zu den "Top Ten" der Asset Manager im deutschen Versicherungsmarkt.


Die Kooperation im IT-Bereich und Assetmanagement stärke - so Dr. Heiko Winkler - die Position der beiden Versicherungskonzerne im Konsolidierungsprozess der öffentlichen Versicherer.
 

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