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Bilanz 2010

 

Erfolgreiches Geschäftsjahr für die Provinzial NordWest

- Alle Schaden- und Unfallversicherer wuchsen über Marktdurchschnitt
- Jahresergebnis der Holding gesteigert
- Deutliche Zunahme der Schadenaufwendungen
- Kapitalanlageergebnis weiter auf hohem Niveau
- Neubeitrag in der Lebensversicherung erhöht

Münster, 22. Juni 2011. Die Provinzial NordWest Versicherungsgruppe erzielte im vergangenen Geschäftsjahr trotz deutlich erhöhter Schadenaufwendungen ein insgesamt gutes Ergebnis. Mit einem Wachstum der Gesamtbeitragseinnahmen um 1,7 % auf 3,22 Mrd. Euro festigte die Provinzial NordWest ihre Position als regional verankerte große deutsche Versicherungsgruppe.

Alle drei Schaden- und Unfallversicherer (Westfälische Provinzial Versicherung AG, Provinzial Nord Brandkasse AG und Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG) wuchsen in ihren regionalen Märkten über dem Marktdurchschnitt und lieferten einen positiven Ergebnisbeitrag für die Gruppe. Durch die Kontingentierung des Einmalbeitragsgeschäftes wurde in der Lebensversicherung allerdings bewusst auf ein noch höheres Beitragswachstum verzichtet, um mögliche Negativimpulse auf den Versicherungsbestand zu vermeiden. „Mit unserer langfristigen, auf Stabilität und Sicherheit ausgerichteten Unternehmens- und Zeichnungspolitik haben wir unsere Position erfolgreich behauptet. Auch in Zukunft werden wir auf die regionale Marktbearbeitung als strategischen Eckpfeiler unseres Konzerns setzen“, erläuterte Vorstandsvorsitzender Ulrich Rüther auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in Münster.

 

Bilanz-PK 2011c_index
Ulrich Rüther (2.v.l.) erläutert die Geschäftsergebnisse 2010 des Provinzial NordWest Konzerns.

 

 


Jahresergebnis der Holding weiter gesteigert
Die Provinzial NordWest Holding hält als Management- und Steuerungsholding die Beteiligungen an den Versicherungsunternehmen des PNW Konzerns. Sie bündelt zugleich die Rückversicherungsaktivitäten der Provinzial NordWest. Mit 75,0 (Vorjahr: 64,8) Mio. Euro erzielte die PNW Holding im vergangenen Geschäftsjahr ein sehr gutes Ergebnis. Infolgedessen konnte das Eigenkapital auf 1.084,6 (1.040,0) Mio. Euro erhöht werden.

Beitragseinnahmen des Gesamtkonzerns weiter gesteigert
In der Schaden- und Unfallversicherung erhöhten sich die Beitragseinnahmen des PNW Konzerns um 1,1 % auf 1,603 (1,586) Mrd. Euro. Sie stiegen damit stärker als im Markt, der im vergangenen Geschäftsjahr ein Wachstum von 0,7 % verzeichnete. In der Lebensversicherung wuchsen die konsolidierten Bruttobeiträge um 2,3 % auf 1,618 (1,586) Mrd. Euro. Aufgrund der vorsichtigen Zeichnungspolitik im Einmalbeitragsgeschäft mit aufgeschobenen Rentenversicherungen fiel das Wachstum der Einmalbeitragseinnahmen mit 8,3 % wesentlich niedriger aus als im Marktdurchschnitt (33,9 %).

Schadenaufwendungen deutlich gestiegen
Deutlich gestiegen gegenüber dem Vorjahr sind die Schadenaufwendungen. Hierzu trugen vor allem witterungsbedingte Schäden in der Gebäudeversicherung, Großschäden durch Feuer sowie Leitungswasserschäden als Folge der langen Frostperioden im ersten und vierten Quartal 2010 bei. Eine Vielzahl von Glatteisunfällen belastete die Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrtversicherung. Insgesamt stiegen die bilanziellen Bruttoschadenaufwendungen um 11,2 % auf 1.124,2 (1.011,4) Mio. Euro. Infolgedessen erhöhte sich die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) auf 96,5 (89,9) %, blieb aber noch unter dem Marktdurchschnitt von rund 98 %. Das versicherungstechnische Nettoergebnis im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft war mit 35,4 (56,5) Mio. Euro erneut positiv, was die starke Profitabilität der PNW-Gruppe im versicherungstechnischen Kerngeschäft auch in einem schadenintensiven Jahr verdeutlicht.

Kapitalanlageergebnis weiter auf hohem Niveau
Das Kapitalanlageergebnis des Konzerns erreichte erneut ein hohes Niveau. Es lag zwar mit 920,0 (956,9) Mio. Euro etwas unter dem Vorjahresergebnis. Dieses war allerdings von hohen außerordentlichen Erträgen durch die Umstrukturierung des Kapitalanlageportfolios geprägt. Die Nettoverzinsung lag im vergangenen Geschäftsjahr trotz einer konservativen Kapitalanlagepolitik mit 4,4 (4,7) % erneut über dem Marktdurchschnitt.
Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern, zu dem alle Versicherungsunternehmen der Gruppe positive Beiträge leisteten, belief sich auf 74,8 (110,6) Mio. Euro. Die Eigenkapitalausstattung des Konzerns konnte weiter gestärkt werden. Die Eigenkapitalquote stieg auf 37,4 (36,9) %. Damit lag das Eigenkapital bei 1.090,5 (1.046,1) Mio. Euro. Die auf 172,1 (169,4) % erhöhte Solvabilitätsquote unterstreicht die Substanzstärke des Provinzial NordWest Konzerns.

Alle drei Erstversicherer wuchsen über Marktdurchschnitt
Der Westfälischen Provinzial Versicherung AG gelang es 2010, im vierten Jahr in Folge, über dem Marktdurchschnitt zu wachsen. Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen konnten um 0,9 % auf 1.027,3 Mio. Euro gesteigert werden. Aufgrund einiger Großschäden und einer gestiegenen Elementarschadenbelastung in der Sachversicherung haben sich die Schadenaufwendungen gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Die bilanziellen Bruttoschadenaufwendungen stiegen um 11,6 % auf 724,7 (649,3) Mio. Euro. Trotz der gestiegenen Schadenbelastung war das versicherungstechnische Nettoergebnis mit 46,7 (69,4) Mio. Euro wieder deutlich positiv. Mit 97,7 (107,8) Mio. Euro wurde erneut ein gutes Kapitalanlageergebnis erzielt, das im Vergleich zum Vorjahr wieder stärker durch laufende Erträge bestimmt wurde. Der Jahresüberschuss nach Steuern lag mit 90,8 (88,1) Mio. Euro wiederum auf sehr hohem Niveau.
Die Provinzial Nord Brandkasse AG konnte nach fünf Jahren der planmäßigen Sanierung mit einem Wachstum von 1,0 % auf 430,0 (425,7) Mio. Euro im selbst abgeschlossenen Geschäft wieder eine Steigerung der Beitragseinnahmen verzeichnen. Zu diesem Beitragswachstum trugen insbesondere die Kraftfahrt-, Unfall- und die Verbundene Wohngebäudeversicherung bei. Die Bruttoschadenaufwendungen stiegen allerdings gegenüber dem Vorjahr deutlich um 13,4 % auf 316,4 (279,1) Mio. Euro an. Dies ist vor allem auf einige Feuer-Großschäden sowie eine Vielzahl von frostbedingten Leitungswasserschäden zurückzuführen. Mit 3,4 (5,5) Mio. Euro Jahresüberschuss nach Steuern konnte aber erneut ein positives Gesamtergebnis erwirtschaftet werden. Im Rahmen der sicherheitsorientierten Geschäftspolitik wurde die Unternehmenssubstanz weiter gestärkt. Insgesamt hat die Provinzial Nord ihre Sicherheitsmittel in Form von Eigenkapital, Schwankungsrückstellungen sowie Nettoschadenrückstellungen seit 2005, dem Gründungsjahr des Provinzial NordWest Konzerns, um 104 Mio. Euro auf 632 Mio. Euro erhöht.
Die Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG konnte ihre Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr mit einem Wachstum von 2,8 % auf 106,7 (103,7) Mio. Euro deutlich stärker als der Markt steigern und ein Jahresergebnis von 5,8 (2,9) Mio. Euro erwirtschaften.

Neugeschäft in der Lebensversicherung nochmals gesteigert
Bei der Provinzial NordWest Lebensversicherung AG stiegen im vergangenen Geschäftsjahr sowohl der Neubeitrag als auch die Gesamtbeitragseinnahmen weiter an. So wuchs der Neubeitrag gegenüber dem außergewöhnlich hohen Vorjahresniveau nochmals um 7,3 % auf 644,9 (601,2) Mio. Euro, was vor allem auf den erneuten Anstieg der Einmalbeiträge um 8,3 % auf 552,2 (509,9) Mio. Euro zurückzuführen ist. Im Rahmen ihrer sicherheits- und substanzorientierten Zeichnungs- und Kapitalanlagepolitik verzichtete die Provinzial NordWest Lebensversicherung entgegen dem Markt, der im Einmalbeitragsgeschäft eine Steigerung von 33,9 % verzeichnete, bewusst auf ein noch höheres Wachstum. Konzernchef Ulrich Rüther: „Wir haben die Einmalbeiträge bewusst kontingentiert, um mögliche Negativeffekte auf die Überschussbeteiligung unserer Bestandskunden zu vermeiden.“
Positiv entwickelte sich das Neugeschäft gegen laufende Beitragszahlung, das entgegen der Marktentwicklung (-2,7 %) um 1,4 % auf 92,6 (91,4) Mio. Euro stieg. Besonders erfreulich war dabei die Entwicklung im Bereich der fondsgebundenen Versicherungen. Hier konnte seit der Einführung der FondsRente Vario im Geschäftsjahr 2007 der Neubeitrag von 12,3 Mio. Euro im Jahr 2006 auf 101,1 Mio. Euro im Berichtsjahr 2010 gesteigert werden.
Sehr erfolgreich an den Start gingen ab Mai 2010 die GarantRente Vario und die Riester GarantRente Vario, die als dynamische Hybridprodukte die Sicherheit eines hundertprozentigen Beitragserhalts mit den Renditechancen des Kapitalmarktes verbinden. Beide Produkte wurden in diesem Jahr vom unabhängigen Institut für Vorsorge und Finanzplanung mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet.
Das Ergebnis aus Kapitalanlagen stieg bei der Provinzial NordWest Lebensversicherung auf 766,1 (746,1) Mio. Euro. Die Nettoverzinsung blieb stabil und lag mit 4,4 % leicht über Marktdurchschnitt (4,3 %). Das Rohergebnis nach Steuern stieg auf 315,2 (296,7) Mio. Euro. Dieses gute Ergebnis ermöglichte es, die Kunden mit einer Zuführung zur Rückstellung für die Beitragsrückerstattung in Höhe von 305,2 (296,7) Mio. Euro am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Die Stornoquote der Provinzial NordWest Lebensversicherung sank auf 4,3 (5,1) % und lag damit deutlich unter Marktdurchschnitt (5,4 %).

Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr
Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft der Provinzial NordWest stiegen in den ersten fünf Monaten 2011 um 1,3 %. Der Neubeitrag in der Lebensversicherung ging bis Ende Mai aufgrund des rückläufigen Einmalbeitragsgeschäftes erwartungsgemäß deutlich zurück. Der laufende Neubeitrag konnte allerdings um 17,1 % gesteigert werden. Der Kunde setzt in der Lebensversicherung zunehmend auf eine Kombination aus Sicherheit und Rendite: So hatten die fondsgebundenen Lebensversicherungen erstmals einen höheren Anteil am Neugeschäft als die klassischen Rentenversicherungen.


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