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Digitale Trends: Wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus?

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Das Katheterlabor im Sana Klinikum Lichtenberg: Dr. Niki Spyrantis schaut konzentriert geradeaus, anstatt auf den vor ihr liegenden Patienten. Sie hebt ihre Arme in die Luft, als fasse sie nach etwas vor ihr Schwebenden und tippt sich durch unsichtbare Menüs. Was aussieht wie eine Computerspielerin mit einer Augmented Reality-Brille in Aktion, ist die leitende Oberärztin der Kardiologie. Dr. Niki Spyrantis führt mit Hilfe von Augmented Reality (AR) eine Herz-OP durch. Das Sana Klinikum Lichtenberg in Berlin ist auf diesem Gebiet führend in Deutschland.
Augmented Reality - iPad und die Küche

AR-Brillen und Avatare im OP

Doch was bedeutet „Augmented Reality“ eigentlich? Experten bezeichnen es als die erweiterte Realität. Für Dr. Niki Spyrantis heißt das, dass sie neben ihrem Patienten auf dem OP-Tisch, den Geräten und Kollegen im Raum durch ihre AR-Brille beispielsweise virtuelle CT-Bilder des Patienten sehen kann. Und es geht sogar noch weiter: Braucht sie eine zweite Meinung oder möchte Assistenzärzte schulen, können diese sich ortsunabhängig über eine AR-Brille in das Katheterlabor dazuschalten und werden Dr. Niki Spyrantis als Avatare angezeigt. „AR erleichtert mir nicht nur die Arbeit. Es ist auch sehr spannend, die neue Technik einzusetzen“, sagt die Kardiologin.

Digitale Arbeitswelt wird real

Solch eine Operation mag sich nach Science-Fiction-Film anhören, ist aber die Arbeitswelt der Zukunft. „Virtual und Augmented Reality sind längst keine Technologien mehr für Gamer und die Unterhaltungsbranche. Sie sind fester Bestandteil der Digitalen Arbeitswelt“, sagt Prof. Peter Wippermann, Trendforscher und Berater für gesellschaftlichen Wandel. Wobei eine VR-Brille im Gegensatz zur AR-Brille den Träger in eine komplett virtuelle, also real nicht existierende, Umgebung versetzt. 
Der Experte ist sich sicher: „Der Prozess der Digitalisierung der Arbeit ist nicht mehr umkehrbar.“ Virtuelle Assistenten in Meetings, Möbelverkäufer, die die neue Einrichtung per Augmented Reality visualisieren und das Metaverse, ein virtueller Raum, der alle Teilnehmende miteinander vernetzt, werden Teil der neuen Realität. Tatsächlich ist der Fortschritt schon viel präsenter, als es manchen erscheinen mag. Ein Beispiel dafür ist die Automobilindustrie: Früher mussten Ingenieure bei einem Maschinendefekt noch um die Welt fliegen. Heute leiten sie virtuell über eine AR-Brille die Mitarbeiter im Werk an. Nächster Schritt der Branche: selbstfahrende Autos, die von künstlicher Intelligenz gesteuert werden. 
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    „Die digitale Arbeitswelt erfordert lebenslanges Lernen“

    Prof. Peter Wippermann, Trendforscher

Diese Fähigkeiten brauchen Sie in Zukunft

Dieser Wandel im beruflichen Umfeld beeinflusst auch die Fähigkeiten von Berufstätigen. Worauf müssen sich Arbeitnehmenden und Führungskräfte zukünftig in der digitalen Arbeitswelt einstellen? Trendforscher Prof. Peter Wippermann kennt die Antwort: Flexibilität und Agilität werden unabdingbar. Mitarbeiter werden stärker selbst entscheiden können und wollen, wann und wo sie arbeiten – ob im Homeoffice, remote oder im Büro. Gleichzeitig wird die digitale Arbeitswelt durch freie und angestellte, virtuelle Teams viel projektbezogener und damit heterogener sein. Die bisher klassischen Karrieren in einem Unternehmen nehmen immer mehr ab. „Für Führungskräfte wächst die Herausforderung, virtuelle Teams zu vernetzen, zu managen und zu führen. Und zu lernen, dass Hierarchien durch agiles Arbeiten an Bedeutung verlieren“, erklärt Prof. Peter Wippermann.

Die Vorteile der neuen Arbeitswelt

Auch die Zahlen in aktuellen Untersuchungen sprechen eine deutliche Sprache: Die Arbeitswelt der Zukunft wird digital. Im Jahr 2030 werden rund 400.000 Menschen mit AR/VR arbeiten, besagt eine Analyse der Wirtschaftsprüfgesellschaft PwC. Dadurch könnten Virtual und Augmented Reality-Produkte sowie -Dienstleistungen bis zu 103,6 Milliarden Dollar zur deutschen Wirtschaft beitragen. Die Experten von PwC gehen davon aus, dass vom Gesundheitssektor über die Produktion bis hin zum Handel und der Konsumgüterindustrie alle Branchen von virtueller und erweiterter Realität profitieren werden. „Für die Menschen bedeutet diese digitale Arbeitswelt, mehr denn je, ein lebenslanges Lernen und sich auf die neue Flexibilität einzulassen“, ergänzt Prof. Peter Wippermann.

Schutzengel-Tipp

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis selbstfahrende Autos unseren Alltag bestimmen. Solange haben wir noch einen wichtigen Tipp für Sie: Mit unserer KFZ-Versicherung sind Sie im Auto stets sicher unterwegs. Einfach online abschließen oder klassisch bei Ihrem Ansprechpartner vor Ort. Egal, wie Sie sich entscheiden: Mit unserer KFZ-Versicherung gehen Sie immer auf Nummer sicher – und das zu einem fairen Tarif.



Text: Meike Lücke, Julia Ehlers
Quellenangabe Fotos: ©Trendbüro, ©Kai Abresch, ©adobe/ArchiVIZ, ©adobe/contrastwerkstatt