Sie befinden sich hier: Westfälische Provinzial /Service /Online-Magazin

Die Spieler

  • Die Spieler_Bühne
„Spiele sind faszinierend. Sie sind irreal, aber psychologisch hat alles Realität“, erklärt der emeritierte Psychologie-Professor Dr. Max Kobbert, „man freut sich wirklich, wenn man gewinnt, man ärgert sich wirklich, wenn man verliert.“ Kobbert ist der Erfinder und Autor des Spiels „Das verrückte Labyrinth“. 1986 erstmals erschienen, ist es mittlerweile weltweit ein Klassiker. Schon als Kind dachte er sich leidenschaftlich gern zusammen mit seinem Bruder Spiele aus. Überlegte nach dem Abitur aber zunächst, Maschinenbau zu studieren und Brückenbauer zu werden. Doch letztlich zog es ihn zur Psychologie: „Ich habe mir immer die Frage gestellt: Wie kommt die Welt in unsere Köpfe?“ Diese Thematik beschäftigte ihn als Professor für Kunstdidaktik und Wahrnehmungspsychologie während seiner gesamten beruflichen Karriere.
  • Edelsteine, Gold und Mäuseschädel: Kobberts ganz persönliche Version von Das verrückte Labyrinth, gestaltet von Monika Broeske.

Spiele sind älter als alle Weltreiche

Das Münsteraner Haus von Max Kobbert zeugt von seiner Leidenschaft für Kunst und Spiele. Er besitzt Spielfiguren, die älter als 5.000 Jahre sind. „Spiele und Spielregeln sind älter als alle Weltreiche und Gesetzeswerke“, erklärt er, „Das altägyptische Spiel Senet, ein Vorläufer unseres Backgammons, ist älter als die Pyramiden.“ Einen Großteil seiner Sammlung hat er dem Deutsche Spielemuseum und Spielearchiv in Nürnberg gespendet. Einige Steine, Figuren und Würfel haben einmal Herrschern gehört und sind aus Marmor, Elfenbein, Gold oder Silber. Auch so manchen Edelstein entdeckt man bei genauerer Betrachtung. Kobbert ging es aber nicht um den materiellen Wert, sondern um greifbare Zeugnisse uralter Spielfreude: „Manches Stück entpuppte sich hinterher als weniger wert als gedacht, manches als viel wertvoller. Anderes ist einfach nur schön.“ Über die Bedeutung des Spielens, aber auch über den seit Anfang der 1970 Jahre anhaltenden Spieleboom schreibt er in der erweiterten Neuauflage seines Buches „Kulturgut Spiel“. Stellt darin passend zum 30-jährigen Jubiläum des „Spiel des Jahres“ auch dessen Gründerzirkel vor.

Schutzengel-Tipp

Einige Dinge sind wertvoller als man denkt. Prüfen Sie daher regelmäßig, ob die vereinbarte Versicherungssumme den Neukauf Ihrer persönlichen Dinge und des Hausrats im Schadenfall noch ausreichend abdeckt.
  • Das Angebot an Spielen ist groß. Für ungetrübten Spielespaß sollten Sie sich daher gut informieren, ob das jeweilige zu Ihnen passt.

    Eigene Welten erschaffen

Besonders Brettspiele begeistern Kobbert seit jeher. „Mit seinen Mitspielern schafft man eine Gemeinschaft in einer neuen, eigentümlichen Welt.“ Sich Spiele auszudenken und sie zu entwickeln, ist allerdings gar nicht so leicht. Sie dürfen nicht zu einfach sein und nicht zu kompliziert. Wichtig ist auch die richtige Mischung aus Glück und Können. Der Weg zum Bestseller war weit. Schon als Student hatte es sich Kobbert zum Ziel gesetzt, ein Labyrinth zu erschaffen, das sich immer wieder verändert. „Ich hatte immer Mitleid mit den Labyrinthen in Zeitschriften. Da macht man sich so viel Mühe mit der Grafik und dann ist das Rätsel sofort gelöst“, erzählt er. Deswegen entwickelte er zunächst einen Drehmechanismus auf einer Kugel, deren Oberfläche verändert werden kann. Die Zauberkugel von Rubik allerdings kam ihm knapp zuvor. Schließlich entwarf Kobbert sein Labyrinth als Brettspiel mit quadratischen Platten, 
die man orthogonal verschieben kann. Als er sein Spiel schließlich beim Ravensburger Verlag vorstellte, waren alle begeistert. 1986 wurde es veröffentlicht und zum meistverkauften Spiel dieses Jahres. Was das Spiel so erfolgreich macht? Kobbert zählt auf: „Das Spielen macht Spaß, nicht nur das Gewinnen. Außerdem sind die Regeln sehr einfach, Komplexität entsteht erst durch das Spiel selbst. Kinder sind übrigens besonders im Vorteil, weil sie ein wunderbares räumliches Vorstellungs­vermögen haben. Das macht es zum perfekten Familienspiel.“ Auch international ist ‚Das verrückte Labyrinth‘ sehr beliebt. Selbst in einem kleinen Indianerdorf in Mexiko fand sich das Spiel. Es wurde in Schweden, in den USA und in Italien ausgezeichnet. In südkoreanischen Spielecafés ist es der Renner und mittlerweile gibt es viele verschiedene Versionen des Klassikers.
Die größte internationale Messe für Spieler findet immer im Oktober in Essen statt. Vier Tage, an denen in mehreren Hallen die neusten Spiele ausprobiert werden dürfen. „Die große Verlage sind hier, aber auch unbekannte Spieleautoren, die noch Geld sammeln, um auf den Markt kommen zu können“, erzählt Marco Seizew. Der Spielefan aus Eckernförde hat sein Lieblingsspiel „Escape from Dark Castle“ in Essen kennengelernt. Eher zufällig. „Der Autor hat uns angesprochen, weil er noch einen Mitspieler gesucht hat“, erinnert sich Seizew. Er mag vor allem taktische Spiele. Für seine Frau Stephanie dürfen ruhig auch ein bisschen Glück und Zufall dabei sein. „Diese Kombination mag ich so an „Zug um Zug - Die Weltreise“, erklärt sie, „es macht Spaß und man kann sich dabei noch unterhalten.“ Seit ihrer Kindheit begeistern sich die beiden für Brettspiele. Haben viel ausprobiert und lagen auch mal daneben. Weil die Verpackung mehr versprach, die Spielanleitung unverständlich war oder das Spiel nicht zu den beiden passte. „Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Genres, dass man sich vor dem Kauf auf jeden Fall gut informieren sollte, dann macht das Spielen auch wirklich Spaß“, rät Stephanie Seizew.
  • Die Spieler_4

Gemeinsam gegen das Spiel

Gerade bei komplexen Spielen mit verschiedenen Spielmöglichkeiten schauen sie sich auf Youtube an, wie gespielt wird. „Dabei bekommt man ein gutes Gefühl fürs Spiel“, erklärt Marco Seizew und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu, „und man lernt auch mal ein paar Tricks und Kniffe.“ Ums Gewinnen geht es den beiden jedoch nicht. Vor allem bei den komplexen Expertenspielen liegt der Reiz eher im gemeinsamen Spielen gegen das Spiel selbst. „Bei Terraforming Mars oder Arkham Horror entwickelt sich die Geschichte währende des Spielens weiter. Das macht gerade mit mehreren Spielern am meisten Spaß“, nennt Marco Seizew zwei Beispiele. Oft spielen sie jedoch zu zweit. Oft mehrere Stunden. Tauchen am Wochenende und manchmal auch unter der Woche mit der passenden Musik in die Welt auf dem Spielbrett ein.

Schutzengel-Tipp

Im Spiel ‚Risiko‘ kommt es auf die richtige Strategie an. Bei uns auch. Wir versichern Sie ganz individuell entsprechend Ihren Wünschen und Risiken.



Mehr für Spiele-Fans

 

Für Kinder, für Kenner, für alle: www.spiel-des-jahres.de

Brettspiele kurz und unterhaltsam vorgestellt: www.hunterundcron.de

Brettspiel-Messe Hamburg: www.brett-hamburg.de

Zum Mitspielen in NRW: www.nrw-spielt.info

brennerei_3


Lesetipps: „Zwischen Bullen, Biogas und edlen Bränden“

In angesagtesten Bars in Berlin und Hamburg steht der Ehringhauser Korn mittlerweile ganz oben im Regal. Der Ursprung der Erfolgsgeschichte liegt in artgerechter Tierhaltung und nachhaltiger Landwirtschaft mit klimaneutralem CO2-Fußabdruck.

> Erfahren Sie mehr...

 


Text: Edith van Delden, Beatrix Richter
Quellenangabe Fotos: Thomas Klerx, Beatrix Richter