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Abenteuer Immobilie:
Darauf sollten Sie beim Kauf, Bau oder Umzug besser achten

Abenteuer Immobilie:
Darauf sollten Sie beim Kauf, Bau oder Umzug besser achten

Der Kauf, Neubau oder Umbau einer Immobilie will gut überlegt sein, auch der Umzug von einem Haus in eine Wohnung, etwa im Alter. Fallstricke lauern überall – von der Idee bis zum Einzug. Gut, wenn man die häufigsten Fehler kennt und sie gleich von Anfang an vermeidet. Drei Familien erzählen von ihren Projekten. Sie haben neu gebaut, umgebaut und sind im Alter nochmals umgezogen. Profitieren Sie von ihren Erfahrungen und den Profi-Tipps der Verbraucherschützer.

Kosten realistisch planen

Aktuell sind die Zinsen für Baudarlehen so günstig wie nie zuvor. Allerdings zählt zum Traum vom Eigenheim ein schonungsloser Kassensturz. Die Verbraucherzentralen raten zur Vorsicht und zu einer ehrlichen Antwort auf diese beiden Fragen: „Wie viel Immobilie kann ich mir leisten? Und ganz grundsätzlich: Kann ich mir überhaupt eine Immobilie leisten?“ In ihrem kostenfreien eBook kompakt 2020/2021 „Was Sie vor dem Kauf oder Bau einer Immobilie wissen sollten“ schildern die Berater der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen umfassend alle wesentlichen Punkte und zeigen praxisnahe Beispielrechnungen.

Bedenken Sie auch: Mit den Anschaffungskosten ist es nicht getan. Den Geldbeutel belasten zusätzlich Kosten für den Notar, die Grundbucheintragung, ggf. auch für den Makler – im Durchschnitt entspricht dies etwa 10 bis 14 Prozent der Kaufsumme. Und dann sind da noch die laufenden Kosten, denn neben den Tilgungsraten sind Kosten für Energie, Müllabfuhr, Versicherungen u.v.m. fällig. Auch dies sollten Sie bei der Kalkulation berücksichtigen
Kosten realistisch planen
Lage und Umgebung recherchieren

Lage und Umgebung recherchieren

Die Lage einer Immobilie entscheidet über die Wertentwicklung. In den vergangenen Jahren haben in Großstädten die Preise kräftig angezogen. Doch auch abseits der Metropolen wird es teurer – laut Statistischem Bundesamt zuletzt im Schnitt um 7,8 Prozent. Sogar in ländlichen Kreisen, die dichter besiedelt sind, stiegen die Kaufpreise für ein Eigenheim im Schnitt um rund 9,7 Prozent an.

Wesentliche Fragen bei der Einordnung der Lage sind etwa: Ist die Anbindung an den Nah- und Fernverkehr gut? Gibt es ÖPNV? Wie sieht es mit Kitas, Schulen, Freizeitangebot, Einkaufsmöglichkeiten und gesundheitlicher Versorgung aus? Es lohnt sich, hier genau abzuwägen, denn sonst droht die Gefahr, dass Sie Ihr Eigenheim zwar nach Jahrzehnten abbezahlt haben, aber es nicht mehr viel wert ist, weil die Lage unattraktiv ist.

Sanierungsbedarf richtig einschätzen

Nicht nur der Neubau oder Kauf einer neuwertigen Immobilie sollte gut kalkuliert sein, auch der Sanierungsbedarf von älteren Häusern oder Wohnungen, die Sie nach Ihren Wünschen umgestalten möchten. Ziehen Sie daher einen Sachverständigen bzw. Baugutachter zu Rate. Hintergrund ist: Die meisten Objekte werden normalerweise „gekauft wie gesehen“ erworben. Diese Formulierung finden Sie in vielen Kaufverträgen. Wer sich also vorab nicht umfassend und sachkundig über den Zustand der Immobilie informiert, kann nach dem Erwerb böse Überraschungen erleben, zum Beispiel weil die Bausubstanz oder Haustechnik den geforderten Preis nicht wert ist oder durch übersehene Probleme hohe Folgekosten entstehen können, warnt die Verbraucherzentrale NRW.

Sanierungsbedarf richtig einschätzen

Nicht nur der Neubau oder Kauf einer neuwertigen Immobilie sollte gut kalkuliert sein, auch der Sanierungsbedarf von älteren Häusern oder Wohnungen, die Sie nach Ihren Wünschen umgestalten möchten. Ziehen Sie daher einen Sachverständigen bzw. Baugutachter zu Rate. Hintergrund ist: Die meisten Objekte werden normalerweise „gekauft wie gesehen“ erworben. Diese Formulierung finden Sie in vielen Kaufverträgen. Wer sich also vorab nicht umfassend und sachkundig über den Zustand der Immobilie informiert, kann nach dem Erwerb böse Überraschungen erleben, zum Beispiel weil die Bausubstanz oder Haustechnik den geforderten Preis nicht wert ist oder durch übersehene Probleme hohe Folgekosten entstehen können, warnt die Verbraucherzentrale NRW.

Eigenleistung nicht überbewerten

„Das machen wir selbst“, heißt es optimistisch bei vielen Bauherren und Käufern. Durch Eigenleistung Kosten zu sparen, ist grundsätzlich sinnvoll. Allerdings sollten all jene, die kaufen, umziehen oder sanieren darauf achten, sich nicht zu viel zuzumuten. Wer Zeit, Fähigkeiten und Kräfte überschätzt, muss schlimmstenfalls doch noch den Profi um Hilfe bitten. Das kann teuer werden und sogar dazu führen, dass Sie nachfinanzieren müssen.

Tilgungsrate nicht zu niedrig ansetzen

Eine kleine Tilgungsrate erleichtert zwar den Alltag, führt aber nicht dazu, dass Sie Ihr Eigenheim in einem überschaubaren Zeitraum abbezahlen. Was viele vergessen: Das Darlehen setzt sich immer aus zwei Teilen zusammen: der Tilgung und den an die Bank zu zahlenden Zinsen. Je höher die aufgenommene Kreditsumme, desto höher ist in der Regel der Zins. Verbraucherschützer wie Finanzexperten raten zudem, in die Kreditverträge Sondertilgungen aufnehmen zu lassen. Auch dies trägt dazu bei, dass Sie schneller schuldenfrei werden. Tipp: Prüfen Sie im Rahmen Ihres Finanzplans auch Möglichkeiten für staatliche Fördergelder. Sowohl für Neubauprojekte wie Modernisierungen stehen zahlreiche Finanztöpfe zur Verfügung. Für Eltern könnte das Baukindergeld der KfW interessant sein.
Eigenleistung nicht überbewerten
Baupläne und Schlüssel

Verträge sorgfältig prüfen

Prüfen Sie den Kaufvertrag sorgsam, am besten mit einem fachkundigen Anwalt. Es ist durchaus vorgekommen, dass im Kaufvertrag die falsche Referenznummer eingetragen war und der Käufer eine andere Wohnung als geplant erworben hat. Mit Unterschrift wird der Vertrag wirksam. Dann ist guter Rat noch teurer. Ebenso, wenn die Baubeschreibung, die dem Kaufvertrag beiliegt, nicht ausführlich ist und Spielraum für Interpretationen lässt. Sind Maler- und Fliesenarbeiten bereits im Preis inbegriffen? Muss noch eine Küche angeschafft werden? Diese und weitere Fragen sind wesentlich für einen soliden Finanzplan. Sonst ist der Ärger vorprogrammiert.

Baufortschritte kontinuierlich belgeiten

Behalten Sie während der gesamten Bau- und Umbauphase den Überblick. Ein Architekt kann Sie sachkundig begleiten, ein Baugutachter ebenso. Besuchen Sie regelmäßig die Baustelle und nehmen Sie alles in Augenschein. Der Bauplan und die umfangreichen Zeichnungen helfen Ihnen, den Überblick zu wahren. Achten Sie darüber hinaus hierauf: Ist die Baustelle sauber und am Abend wieder aufgeräumt? Sind Materialien vor Witterung geschützt? Ist der Bauleiter für Sie zu sprechen? Stimmen sich die Gewerke ab und halten sich an den Zeitplan? All das sind wichtige Indizien dafür, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Verbraucherzentralen wie Immobilienexperten raten dringend dazu, bei der finalen Bauabnahme einen Gutachter an der Seite zu haben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Als Laie ist man schnell überfordert. Die Unterschrift unter dem Abnahmeprotokoll ist jedoch der letzte Akt beim Kauf. Und auch der will gut überlegt sein.

Vorausschauend denken

Um das Wohnen im Alter machen sich wohl die wenigsten rechtzeitig Gedanken. Für viele stellt sich diese Frage erst, wenn die Kinder längst aus dem Haus sind, die Gartenarbeit oder der Aufstieg der Treppen ins Schlafzimmer im ersten Stock mühsam wird. Im schlimmsten Fall entscheiden dann Dritte darüber, wo und wie z.B. die Eltern leben sollen.

Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie das Wohnen im Alter angenehm bleibt, zum Beispiel in einem Generationenprojekt oder im Betreuten Wohnen mit eigenständiger Wohnung. Oder aber in der Nähe der Kinder und Enkel, die im Ernstfall schnell unterstützend zur Seite stehen. Wichtige Fragen sind: Wer hilft mir, wenn ich Hilfe im Alter brauche? Komme ich zu Fuß, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Taxi zu allen wesentlichen Einrichtungen des täglichen Lebens? Bin ich in der Nachbarschaft medizinisch gut versorgt? Wie sieht es mit dem Freizeitangebot aus? Wertvolle Tipps zum Thema Umzug listet etwa der Ratgeber „Neues Wohnen im Alter“ auf.

Buch-Tipp

Julia Karnick: Ich glaube, der Fliesenleger ist tot. Unterhaltsame Geschichte über die Irrungen und Wirrungen rund um den Hausbau in Hamburg. Julia Karnick schildert auf unterhaltsame Art den Weg ihrer Familie vom Traum vom Eigenheim bis zum tatsächlichen Einzug. Verlag blanvalet, UVP 10, 99 Euro.
 

Schutzengel-Tipp

Mehr als 80 Prozent der Deutschen wünschen sich ein Eigenheim. Doch mit dem Einzug gibt es einiges zu bedenken, damit aus dem Traum im Ernstfall kein Albtraum wird. Neben der Anpassung Ihrer Hausrat-Versicherung auf die neue Wohnsituation sollten Sie als Immobilieneigentümer diese Versicherungen im Blick behalten: Wohngebäudeversicherung, Elementarschadenversicherung, Haftpflicht für Hausbesitzer, ggf. zusätzlicher Schutz für Photovoltaikanlagen u.v.m. Welche Versicherung genau für Ihre Wohnsituation sinnvoll ist, besprechen die Provinzial-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter gerne mit Ihnen vor Ort. 

Weitere Infos finden Sie auch auf dieser Seite.



Text: Meike Lücke
Quellenangabe Fotos: @privat, Adobe Stock / Gina Sanders, Adobe Stock / thicha